yksflip

Sep 04, 2021

Lomarbardeis Metropole

Die Fahrt im halb leeren Flixbus ist sehr entspannt. Ich schaue gebannt aus dem Fenster und lasse mit Freude die Schweizer Alpen an mir vorbeiziehen. An der Italienischens Grenze gibt es eine Verzögerung wegen einer Kontrolle. Nicht etwa von der Bundespolizei oder dem Zoll, sondern natürlich von der Guardia di Finanzia. In Milano komm ich am Busbahnhof Lampugnano an und fahre mit der Metro zum Porta Venezia zu meinem Hostel. Nachdem ich im Stadteil Naviogli hungrig auf die Suche nach einem Restaurant gemacht habe, lerne ich meine erste Italien-Lektion. Vor 20 Uhr braucht man definitiv nicht versuchen irgendwo zu Abend zu essen. Nach etwas Zeit finde ich etwas abseits von der großen Kanalmeile ein kleines authentisches Restaurant. Man spricht ein bisschen Englisch und es gibt Pasta Maltagliati e Vino Bianco, danach Tiramisu. Lecker! In entspannter Atmosphäre beobachte ich das herrlich italienische Treiben. Gäste kommen und gehen und werden so herzlich, als wärs die eigene Familie, empfangen und bewirtet.
Ich merke dass ich schon lange nicht mehr alleine unterwegs war und es wieder Überwindung kostet auf Leute zuzugehen und neues Unbekanntes zu wagen.
Leute die ich im Hostel treffe sind nett, wir plauden bei billigem Weißwein. Die meisten sind nur fürs Wochenende nach Milano geflogen und kommen aus Portugal, Österreich und den Niederlanden.

Am nächsten Morgen streife ich los und komme über die wenig schöne, sehr urbane Nordseite in die Innenstadt, an der sich eine exklusive Boutique an die nächste reiht. Irgendein Design-Event füllt auch hier die meisten Gassen. Mit meiner ersten italienischen Phrase "Un cappuucino per favore" kann ich mich gut von Cafè zu Cafè hangeln. Im recht touristisch belebten Parco Sempione genieße ich den Schatten, denn es ist arsch warm hier. Ein unfassbar leckeres Gelato al pistacchio später mache ich eine Siesta im Hostel. Dann wage ich mich an den mit Menschen und Tauben voll bepackten Piazza del duomo. Diese Menschenmassen irritieren mich noch sehr und ich fahre direkt wieder etwas mit Metro und Tram raus. Dorts wartet ne leckere Pizza auf mich. Viele Leute holen sich nur 2-3 Stücke Pizza auf die Hand und wirken sehr beschäftigt, aber nett.

Abends streife ich mit dem Portugiesen aus dem Hostel durch das Getrubel in Naviogli. Hier sind wirklich wahnsinnig viele Menschen. Einen Pub, wie mans sonst kennt, sucht man aber vergeblich. Es gibt Restaurants und Bars und in beiden wird draußen gesessen, gegessen und getrunken. Ein paar Bier später gibts für den Rückweg noch ne Pizza auf die Hand.

Voll mit eindrücken fahre ich am nächsten Morgen zum Bahnhof und amüsiere mich über die Kontrolle am Bahnsteig. Die ersten 20-30 Passagiere werden nach Ticket und Greenpass kontrolliert, als dann aber die Abfahrtszeit näher rückt, werden einfach alle durchgelassen.